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Aspekte nachhaltiger Entwicklung

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Grundsätzlich wird bei nachhaltiger Entwicklung das Augenmerk auf drei Kernbereiche, die sogenannten Dimensionen gerichtet:

Ökologische Dimension
Die ökologische Dimension von Nachhaltigkeit betrachtet den nur schwer fassbaren „Wert“ der Natur. Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen ist es das Bestreben, die  Naturgüter und Ökosysteme in ihrer Vielfalt und komplexen Vernetzung zu erhalten und zu schützen und auf diese Weise die Lebensgrundlage des Menschen zukünftig zu sichern.
(zit. http://www.biologischevielfalt.at/jugend/definition-oekosystem/24.10.2009)

Soziale Dimension
Die soziale Dimension von Nachhaltigkeit konzentriert sich auf den Aspekt der Entwicklungsgerechtigkeit. Dieser zeigt sich vor allem in der Verteilungsgerechtigkeit sowohl im nationalen wie auch im globalen Zusammenhang. Die Erhaltung und Entwicklung eines intakten gesellschaftlichen Systems, eingebunden in einen globalen Kontext, welches die eigene Zukunft kreativ, flexibel und dynamisch nachhaltig gestaltet, eingebunden in einen globalen Kontext, steht im Mittelpunkt der Betrachtung. Erklärte Ziele sind Chancengleichheit, Geschlechtergerechtigkeit und die Absicherung zur Befriedigung der Grunddaseinsfunktionen heutiger und zukünftiger Generationen.

Ökonomische Dimension
Die ökonomische Dimension von Nachhaltigkeit zielt auf eine Wirtschaftsentwicklung im Rahmen ökologischer Grenzen und unter Berücksichtigung globaler Gerechtigkeit sowie der Gerechtigkeit zwischen den Generationen. Es geht darum, die Produktion dahingehend zu entwickeln, dass sie nur Ressourcen verwendet, die sich immer wieder regenerieren und keine Stoffe und Produkte hinterlässt, die sich nicht in den ökologischen Kreislauf integrieren lassen. Wichtig ist dabei, dass die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung Beschäftigung sichert und ausreichend finanzielle Mittel erwirtschaftet, um Gerechtigkeit und die Naturgüter und Ökosysteme zu erhalten.

Obwohl das ursprüngliche Verständnis nachhaltiger Entwicklung von dem engen Zusammenhang und der starken gegenseitigen Beeinflussung dieser drei Dimensionen ausgeht, wurden sie in der Umsetzung der vergangenen Jahre meist getrennt behandelt. Gleich welches Problem zu lösen, welche Herausforderung zu bewältigen ist, es sind immer alle drei Dimensionen daran beteiligt.
So ist beispielsweise eine intakte Umwelt für die Gesundheit der Gesellschaft Voraussetzung, denn eine gesunde Gesellschaft ist in der Lage, finanzielle Erträge zu erwirtschaften, die der Allgemeinheit zu Gute kommen und gleichzeitig wiederum zum Erhalt einer gesunden Umwelt eingesetzt werden können.

Die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit müssen deshalb ganzheitlich betrachtet werden.
Sind die drei genannten Dimensionen gleichwertig zu behandeln?
Wie lassen sich Umweltschutz und wirtschaftliche Entwicklung miteinander vereinbaren?
Diese Fragen sind  immer wieder Gegenstand grundlegender Diskussionen. Dabei stehen sich zwei Einschätzungen gegenüber:

Wirtschaftliches Wachstum ist die Basis für umweltbewusstes Handeln.
Dieses wachstumsorientierte Verständnis von Nachhaltigkeit kommt zunehmend in die Kritik. Je stärker die Begrenztheit der natürlichen Ressourcen ins Bewusstsein der Öffentlichkeit tritt, durch die  globale Klimaveränderung und steigende Öl- und Gaspreise, desto deutlicher wird, dass ein ressourcenintensives Wachstum mit nachhaltiger Entwicklung nicht zu vereinbaren ist. Auch wenn durch eine Steigerung der Effizienz mit dem gleichen Ressourceneinsatz z.T. das Vier- bis Zehnfache produziert werden kann.
(Abb: „Wachstums“-Modell )

Der Schutz der Naturgüter ist die Basis allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Handelns.
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Ökosysteme unterschiedliche Gesellschaftssysteme mit, an die Lebensräume angepassten Wirtschaftsformen und damit unterschiedliche Kulturen herausgebildet haben. Auch hat sich gezeigt, dass die Wirtschaftsformen nicht beliebig austauschbar sind, so kann in den Tropen nicht auf gleiche Weise Landwirtschaft betrieben werden, wie in den gemäßigten Zonen. Die Fähigkeit einer Gesellschaft, intakt zu bleiben, sich weiter zu entwickeln und zu versorgen, braucht also angepasste Formen der Bewirtschaftung im Rahmen der Tragfähigkeitsgrenzen der Erde.

Die größte Herausforderung der Zukunft ist es, die stark ansteigende Weltbevölkerung mit allem Lebensnotwendigen versorgen zu können.
Der Erhalt der Ökosysteme ist daher das wichtigste Ziel.

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Gesellschaften sich verändern und ihre Wirtschaftsformen den neuen Bedingungen anpassen. Lokales Handeln kann nicht mehr von globalen Wirkungen getrennt betrachtet werden. Diese soziale Veränderung wird weltweit durch das Bestreben zu  Demokratisierung und Beteiligung aller Bevölkerungsgruppen an der Entwicklung von Bildungs­konzepten (z.B. lebenslanges Lernen) umgesetzt.
Dieses Verständnis bildet auch die Grundlage im Forschungsprojekt „Gläserne Konversion“.

 

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